Prädikat akzeptierend und offen

Am Sonntag, den 13. September 2015 wird der Heilandskirche in Graz das Prädikat „akzeptierend und offen“ verliehen.

Die Kriterien dafür sind:

  • Sie ist akzeptierend und offen für verschiedene Lebensformen.
  • Sie pflegt einen unaufgeregten Umgang mit dem Thema Sexualität.
  • Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung und Identität haben selbstverständlich einen Platz im Leben der Gemeinde
  • Auch in Leitungsfunktionen sind sie willkommen.
  • Sie bietet Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare an
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Schwule Feste

Ich war dieses Jahr auf vier Festen mit LGBT-Thematik, die im freien stattfanden.

Fest 1: „andersrum ist nicht verkehrt“: Dies war ein Straßenfest in Wien am 13. Juni. Ich war das Wochenende nach dem AB/AC/Littles-Stammtisch noch in Wien und so habe ich auch auf diesem Fest vorbeigeschaut. Von der Idee her fand ich es ganz nett, die Umsetzung fand ich weniger gelungen. Ich fand den Moderator, es war ein schlecht gelaunter Transvestit, sehr unsymphatisch, vor allem seine derbe Wortwahl war unpassend, da am Fest auch viele Kinder anwesend waren. Der Regen tat dann sein übriges und so bin ich nicht lange auf dem Fest geblieben.

Fest 2: „Gay Village Farm“ in Rom: Hierbei handelt es sich um ein recht großes Gelände im Stadterweiterungsbereich EUR, in dem den ganzen Sommer hindurch Veranstaltungen stattfinden. Der Eintritt war kostenpflichtig und die Mitnahme von eigenen Getränken nicht gestattet.

Fest 3: „Hans-Sachs-Straßenfest“: Am 15. August gab es in München dieses Straßenfest, das vom örtlichen schwulen Kommunikationszentrum Sub veranstaltet wurde. Der Eintritt war frei, die Mitnahme eigener Getränke jedoch nicht gestattet. Wer wie ich aber vor Beginn des Festes bereits im Gelände war und im Gasthaus Faun mittaggegessen hat, wurde jedoch nicht kontrolliert.

Fest 4: „Island“: Gestern, am 29. August gab es in meiner Heimatstadt Graz ebenfalls ein kleines Fest und zwar auf der Murinsel. Dieses, im Rahmen der Kulturhauptstadt 2003 angelegte Artefakt beherbergt ein Cafe, in dem diese Veranstaltung stattfand. Die Konsumation mitgebrachter Getränke, insbesonders war auch hier nicht gestattet.

Queer Uni Fest

In der Nacht von Freitag auf Samstag war es wieder so weit: Das Queer Uni Fest, veranstaltet von den Queer Students, den queer Referaten der Grazer Hochschülerinnen und Hochschülerschaften. Für mich persönlich war es das zweite Mal, dass ich dieses Fest besucht habe, und so kann ich berichten, welche Dinge sich im Vergleich zum Vorjahr geändert haben.

Die wichtigste Änderung war der Ort: Da es nicht mehr möglich war, auf der Uni zu feiern, musste ein Ausweichsort gefunden werden. Das war dann die Thalia-Bar neben der Oper. Zur Verfügung standen zwei Räume, leider wurde in beiden geraucht. Ich halte das für einen gewaltigen Rückschritt und bin von den Veranstalterinnen und Veranstaltern schwer enttäuscht darüber.

Zweite Änderung war die Anfangszeit: Erst um 22:00 hat die Veranstaltung begonnen, bis 23:00 gab es reduzierten Eintritt. Gefüllt hat sich das Lokal erst nach Mitternacht.

Dritte Änderung war das fehlende Rahmenprogramm: Während im Jahr zuvor mit den Grazien eine Travestiegruppe einen Auftritt hatte, gab es dieses Jahr nichts, nur die gleichbleibend viel zu laute Musik.

Und jetzt zur wahrscheinlich wichtigsten Frage: War ich gewickelt? Ja, war ich. Zuerst mit Tena Slip Maxi plus Gummihose, zweischendurch eine Molicare Super Plus und dann wieder mit Tena Slip Maxi. Das Wechseln auf dem „Queer WC“ war überhaupt kein Problem, ich hab die Windeln fachgerecht im Mistkübel entsorgt, auch wenn dieser nicht in der Kabine, sondern direkt davor, neben dem Waschbecken stand. Auch so habe ich nicht sonderlich viel Aufmerksamkeit erweckt, meine coole kurze Haremshose von Humör hat das Windelpaket perfekt kaschiert. Selbst ein Freund, der selbst auf Windeln steht, war Tags darauf ganz erstaunt, als ich erzählt habe, wie gut ich verpackt war.

Windeln tragen in der Öffentlichkeit

In diesem Blog-Eintrag möchte ich die Frage behandeln, inwiefern es ok ist, in der Öffentlichkeit Windeln zu tragen. Diesem Blogeintrag vorangegangen ist ein persönliches Gespräch mit einem befreundeten Windelträger, aber der konkrete Anlass, dieses Posting jetzt zu verfassen, war ein Artikel auf queer.de über ein auf den ersten Blick komplett anderes Thema: Verein für türkischstämmige LGBT kritisiert „weißes“ Kiss-in

Bei näherer Betrachtung gibt es jedoch eine für mich sehr eindeutige Gemeinsamkeit: Es geht um die Trennung zwischen Intimsphäre, Privatssphäre und Öffentlichkeit, die sehr stark vom eignen Weltbild abhängt und dadurch auch kulturell geprägt ist. Sexualität wird dabei ziemlich universell der Intimsphäre zugerechnet, nur selten der Privatsphäre. Dass Sexualität nicht der Öffentlichkeit zugerechnet wird, hängt in einem aufgeklärtem Weltbild mit der sexuellen Selbstbestimmung zusammen, denn man darf niemanden ohne Konsens in sexuelle Spiele einbeziehen. Um ein Beispiel zu geben, was ich damit meine, wäre Exhebitionismus, der aus eben diesem Grund geächtet wird.

Etwas strittiger ist da schon die Frage nach Sexualverkehr unter freiem Himmel, etwa in historisch gewachsenen Cruising Areas. Eine Lösung, wie man das rechtfertigen kann, ist eine Trennung zwischen Öffentlichem Raum und Öffentlichkeit. Gerade im Schutz der Nacht ist es durchaus möglich, sich in einem öffentlichem Raum eine Privatsphäre zu schaffen, etwa in dem man sich hinter ein Gebüsch (im Park) oder in ein sonstig abgelegenes Gebiet zurückzieht. Trotzdem werden viele Menschen Sexualverkehr in Cruising Areas als Teil eines ausschweifenden Sexuallebens wahrnehmen.

Der Regelfall ist nämlich, Sexualverkehr als etwas dermaßen intimes zu betrachten, das unbedingt den Schutz eines verschlossenen Raumes, also eines Eigenheimes oder eines Hotelzimmers bedarf.

Jetzt ist natürlich, und das wird bei einem Fetisch besonders klar, Sexualverkehr und Sexualität absolut nicht das selbe. Manche Windelfetischisten gehen dabei so weit zu behaupten, ihr Fetisch wäre 100% asexuell, was ich persönlich nicht ganz nachvollziehen kann. Diese Sichtweise ist aber jedenfalls sehr bequem, um das Ausleben des Fetisches in der Öffentlichkeit zu rechtfertigen.

Jedenfalls finde ich die Unterscheidung, ob bei einer sexuellen Handlung eine Penetration stattfindet, durchaus für sinnvoll, ebenso wie die Unterscheidung ob ein primäres Geschlechtsorgan sichtbar wird. Die nächste Frage wäre dann die der sexuellen Erregung. Zumindest von mir selbst kann ich definitiv behaupten, dass ich nicht stundenlange Dauererrektionen habe, wenn ich eine Windel trage. Ich selbst habe für mich entschieden, dass ich Windeln tragen in der Öffentlichkeit akzeptabel find und auch praktiziere, dabei aber eine gewisse Diskretion zu Tage lege, sprich eine Hose darüber trage.

Ein Teil meiner persönlichen Rechtfertigung ist auch der Vergleich mit anderen sexuellen Verhaltensweisen und derer Bewertung in unserer Kultur. So kann man ja, je nach Fetisch, sehr viele Körperteile als sexuell ansehen, etwa auch das Kopfhaar. Manche muslimische Kulturen verlangen daher ein Bedecken desselben in der Öffentlichkeit. Aus unserer aufgeklärten Kultur heraus, wird diese Anforderung jedoch zu Recht als zu großer Eingriff in die persönliche Lebensführung gesehen.

Als letzten Punkt möchte ich noch das Küssen anführen, das mich auch wieder zurück zum Ausgangspunkt dieses Postings führt. Ich selbst ordne Küssen jetzt der Intims- und Privatsphäre zu. Interessant finde ich jedoch auch die Einschätzung der Kultur, in die ich hineingewachsen bin. So lautet der Spruch, um frischverliebte, die sich öffentlich küssen zurechtzuweisen oft: „Auseinander oder es wird geheiratet!“. Und tatsächlich: In der Hochzeitszeremonie ist das öffentliche Küssen ein fester Bestandteil. Überhaupt ist die Hochzeit eine Institution, die einen großen Teil des Privatsleben plötzlich in den Rahmen der Öffentlichkeit erhebt. Genau deshalb ist es auch so wichtig daran zu arbeiten, dass die Hochzeit möglichst bald möglichst überall auf der Welt auch homosexuellen Paaren offen steht.

Was suchst Du hier?

Ich bin auf der Suche. Was meinen Fetisch anbelangt, so bin ich auf der Suche nach:

  • Stammtischen
  • Parties
  • Freunden
  • einer Bezugsquelle für Windeln mit Plastikoberfläche
  • uvm.

Dass ich auf der Suche bin, war mir nicht immer so bewusst. Gerade aber nachdem ich mich bei PlanetRomeo angemeldet hatte, wurde mir oft die Frage gestellt: „Was suchst Du hier?“

Die ersten Male war ich verblüfft und fühlte mich angegriffen. In „Was suchst Du hier?“ hörte ich vielmehr einen Vorwurf: Wer fragt, was ich hier suche, der meine bestimmt, dass ich hier nichts zu suchen habe. Vielleicht gehöre ich als schwuler Windelfetischist gar nicht auf eine Schwulenplattform. Mitlerweile weiß ich, dass die Frage tatsächlich so gemeint war, wie sie formuliert war: Nämlich, wonach ich suche, sprich, was mich interessiert.

Heute habe ich zufällig über Phatische Kommunikation gelesen. Dabei handelt es sich um Sprechakte, bei denen nicht die Information im Vordergrund steht, sondern das „Öffnen eines Kanales“ zwischen Sender und Empfänger. Grüßen zum Beispiel fällt unter diese Kategorie.

Vielleicht fehlt es uns Windelfetischisten ein bisschen an Kultur in diesem Hinblick. Es ist oft schwierig, mit anderen Windelfetischisten Kontakt herzustellen, weil jeder sich davor fürchtet, mit jemanden zu reden, mit dem man abseits des Fetisches gar keine gemeinsamen Interessen hat. Niemand mag jemanden kennenlernen, der nur Windeln im Kopf hat.

Coming Out erhöht Selbstvertrauen und Lebensqualität

Coming Out erhöht Selbstvertrauen und Lebensqualität: Bei der Durchsicht von 245 Fragebögen von jungen Erwachsenen zwischen 21 und 25 ist herausgekommen, dass diejenigen, die bereits als Jugendliche zu ihrer Homosexualität gestanden sind, ein höheres Selbstvertrauen und eine höhere Lebensqualität haben. Unter Bullying litten übrigens offen lebende genauso wie diejenigen, die es verheimlicht haben. Quelle: UA News: LGBT Teens Who Come Out at School Have Better Self-Esteem, Study Finds

Gesellschaftlicher Fortschritt am Ball der Technik

Der Ball der Technik ist eines der Ereignisse, bei denen sich die TU Graz der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Nun steht ein österreichischer Ball prinzipiell für Tradition und das ist in vielen Augen ein Gegensatz zu gesellschaftlichem Fortschritt. Doch wer genau hinsieht, merkt, dass gerade am Ball der Technik schon seit Jahren regelrechte Revolutionen stattfinden. So gab es im Jahr 2014 das erste gleichgeschlechtliche Paar bei der Polonaise, heuer waren 4 Paare in die Polonaise eingebunden, bei denen ein Partner im Rollstuhl saß. Rauchverbot herrscht an diesem Ball schon seit Jahren.

Ich finde das sehr schön, wo sich unsere Gesellschaft hinentwickelt, und möchte allen, die daran mitarbeiten ein großes Lob aussprechen! Diese Lob gilt besonders der Tanzschule Conny und Dado, welche die Polonaise am Ball der Technik leitet und so den angesprochenen Wandel mitträgt. Diese Tanzschule bietet übrigens unter dem Schlagwort Rainbow Classes Kurse für gleichgeschlechtliche Paare an.

Warum Windelfetisch und Lederpeitsche sehrwohl ins Schulbuch gehören

Hallo,

wer so wie ich regelmäßig schaut, wann der Windelfetisch in der Presse behandelt wird, wird um den Bericht im Focus: Windel-Fetisch gehört nicht ins Lehrbuch. Philologen kritisieren „Pornografisierung der Schule“ nicht herumgekommen sein. Ich persönlich finde die dort gebrachte Einschätzung sehr Schade, denn meiner Meinung nach ist es höchste Zeit, diese Themen im Schulunterricht zu behandeln.

Ich halte es deshalb für wichtig, Sexualität umfassend im Unterricht zu behandeln, weil der Sexualtrieb sehr stark ist. Wenn man seine Sexualität nicht richtig versteht, kann das dazu führen, dass man beim Ausleben seiner Sexualität Grenzen überschreitet, die einem selbst und anderen Menschen sehr schaden können. Zu keinem anderen Zeitpunkt kann der Staat so gezielt die Bevölkerung erreichen, wie in der Schule. Zwar gibt es auch das Fernsehen, und gerade RTL2 bringt sehr oft Reportagen über verschiedenste sexuelle Neigungen, aber leider sind diese Reportagen oft von schlechter Qualität und richten sich eher danach, hohe Quoten zu erzielen, als verantwortungsvolle Aufklärung zu betreiben. Zudem erreicht auch RTL2 die Menschen nicht in der Breite wie die Schule. Es ist zu befürchten, dass gerade streng religiöse Menschen diese Programme nicht ansehen, da sie vermuten, es würde ihren Glaubensgrundsätzen widersprechen. Tatsächlich gibt es leider viele religiöse Sitten- und Moralwächter*innen, welche ein negatives Bild zu Sexualität und Lust verbreiten.

Neben dem Verstehen der eigenen Sexualität ist es aber auch wichtig, andere Orientierungen und Neigungen zu verstehen, da man ja auch Verständnis für seine Freunde und Familienangehörigen braucht. Vor allem wer Kinder hat, muss damit rechnen, dass diese nicht die selbe sexuelle Neigung haben.

Die sexuelle Neigung wird im Leben schon sehr früh festgelegt und ist ab der Pubertät auch nicht mehr abänderbar. Daher ist auch die Sorge völlig unbegründet, durch das Behandeln von sexuellen Bedürfnissen im Schulunterricht, würden Jugendliche zu irgendetwas animiert. Das einzige, was eine gute Sexualaufklärung bewirken kann, ist dass Jugendliche sich nicht für ihre Neigungen schämen müssen.

Link

Mixed Kebab

Hallo,

der Islam ist ja im Moment ein heißdiskutiertes Thema. Für mich als homosexuellen Mann ist es natürlich besonders wichtig, wie sich der Islam auf das Leben homosexueller Männer auswirkt, vorallem hier in Europa. Vor ein paar Monaten habe ich einen Film gesehen, den ich hiermit weiterempfehlen möchte: „Mixed Kebab“

Dieser Problemfilm zeigt die Beziehung eines Belgiers mit einem Türken. Dabei kommen neben sinnlichen Szenen auch sehr grausame Probleme vor. So wird auch das Klischee des Ehrenmordes bedient – glücklicherweise nur in der Fantasie einer Figur.

Für mich als Sprachenfreak ist an dem Film zusätzlich reizend, dass er auf Flämisch gedreht wurde.

Insgesamt möchte ich den Film weiterempfehlen. Mit der darin enthaltenen Problematik müssen wir uns auf jeden Fall auseinandersetzen.

Mixed Kebab – Wikipedia (en)

Vorstellung

Hallo, grüß Euch,

ich möchte meinen ersten Blogbeitrag nutzen, um mich vorzustellen und darzulegen, um was es in diesem Blog gehen wird. Ich bin ein schwuler Windelfetischist, das heißt, der wichtigste Teil meiner Sexualität ist es, Windeln zu tragen, mich zu wickeln oder von einem Mann gewickelt zu werden, sowie andere Männer zu wickeln. Der Fetisch ist ein wichtiger Teil meines Lebens, aber nicht der einzige. Ich studiere Informatik und bin ein Techniknerd. Ich interessiere mich für Sprachen, Philosophie und Recht. Ich fahre gerne Ski, Fahrrad oder gehe Geocachen. Ich spiele gerne Gesellschaftsspiele. Ich interessiere mich für öffentlichen Nahverkehr, für die eingesetzten Fahrzeuge und für die Tarife.

In diesem Blog möchte ich aus meinem Leben schreiben, egal ob es nun mit meinem Fetisch zu tun hat, oder nicht. Damit möchte ich anderen Menschen Einblicke geben und zeigen: Nicht jeder Windelfetischist ist ein abartiger Freak. Denn die gibt es auch.

Schließlich gibt es noch den Geobezug: Ich lebe in Graz, daher ist das, was ich schreibe, auf Graz bezogen.